Frühgeburt und Parodontitis: Gibt es wirklich einen Zusammenhang?

25. Apr.

Einige Forscher sind der Ansicht, dass eine ausgeprägte Parodontitis das Risiko einer Frühgeburt erhöhen kann. Ob das wirklich der Fall ist, haben US-amerikanische Forscher untersucht.

Dazu untersuchten die Wissenschaftler 823 Schwangere mit Parodontitis, die randomisiert einer der folgenden Gruppen zugeordnet wurden. 413 Probandinnen in der 13. bis 17. Schwangerschaftswoche erhielten eine nicht antibiotische Parodontitisbehandlung (Scaling und Root-Planing.), während 410 Schwangere der Kontrollgruppe zugeordnet wurden, die erst nach der Geburt eine Behandlung erhielten. Hinsichtlich der Frühgeburtsrate ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen. In der Therapiegruppe erlitten 12,0% der Frauen eine Frühgeburt, in der Kontrollgruppe waren es 12,8%. Auch hinsichtlich Geburtsgewicht, APGAR-Score, Wachstum oder Aufenthalt auf der neonatalen Intensivstation zeigte sich kein Unterschied. Das Erkrankungsbild der Parodontitis kann durch die nicht antibiotische Behandlung zwar verbessert werden, doch das Risiko einer Frühgeburt bleibt davon unbeeinflusst. Um endgültige Aussagen treffen zu können, etwa ob eine Parodontitisbehandlung im zweiten Trimester zu spät ist, sind aber weitere Untersuchungen notwendig. Drei weitere Studien mit großen Teilnehmerzahlen laufen derzeit.

Quelle: Michalowicz BS et al.: Treatment of periodontal disease and the risk of preterm birth N Engl J Med, 2006 (355): 1885-94

Einen Kommentar schreiben