Verbraucherschützer raten zu Eigeninitiative bei Klinikwahl
05. Sep.
Nach den Korruptionsvorwürfen gegen niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser haben Verbraucherschützer Patienten zu Eigeninitiative bei der Klinikswahl geraten. “Wer sich einer planbaren Operation im Krankenhaus unterziehen will, sollte sich durch unabhängige Quellen informieren”, sagte der Gesundheitsexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Stefan Etgeton, der “Frankfurter Rundschau” vom Freitag. Als Beispiel nannte er das Krankenhaus-Suchportal “Weiße Liste”, das gemeinsam von den Verbraucherzentralen und der Bertelsmann-Stiftung betrieben wird und Qualitätsberichte von Kliniken aufbereitet. “Kliniktipps von Ärzten allein sind ohnehin nicht ausreichend, denn in der Regel empfehlen die Mediziner Krankenhäuser oft nur vom Hörensagen”, sagte Etgeton dem Blatt. Er forderte die berufsständischen Organisationen auf, “diese seit längerem bekannten Missstände abzustellen”. In den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass Kliniken Prämien an Ärzte zahlten, die Patienten zur Behandlung überwiesen hatten. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) forderte eine rasche Aufklärung der Vorwürfe. Der Verband der niedergelassenen Ärzte (NAV) sprach dagegen von einer “Verleumdungskampagne von noch nie dagewesenem Ausmaß”.



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