Parodontitis-Impfung keine Alternative

28. Sep.

Immer wieder macht sie Schlagzeilen: die „Impfung gegen Parodontitis“. Gemeint ist damit eine Therapie mit sogenannten Autovakzinen, die allerdings nicht zur Vorbeugung, sondern zur Behandlung der Zahnbetterkrankung eingesetzt wird.

Das Prinzip: Dem Betroffenen wird entzündetes Gewebe entnommen, der oder die verantwortlichen Erreger werden künstlich vermehrt, abgetötet und dem Patienten dann wie ein Impfstoff wieder verabreicht. Auf diese Weise soll das Immunsystem auf den entsprechenden Keim aufmerksam gemacht werden, so dass es beginnt, ihn mit körpereigenen Waffen zu bekämpfen.

Wunder sollte man sich davon allerdings – zumindest noch – nicht versprechen, dämpft Rüdiger Butz, Zahnarzt aus Moers und Mitglied im Vorstand der Bundeszahnärztekammer, eine zu große Erwartungshaltung. „Es sind noch viele klinische Erfahrungen nötig, um die Chancen und Risiken der Methode abschätzen zu können“, betont er.

Persönlich setzt er eher auf Vorbeugung als auf Therapie: „Vor jeder Erkrankung des Zahnbetts steht immer eine Zahnfleischentzündung“, unterstreicht er. Erst wenn diese mehr als zwei bis drei Wochen unbehandelt besteht, können sich an den betroffenen Stellen die sogenannten beweglichen Keime ansiedeln, die dann das Problem verschärfen und auch das Ziel der Autovakzine sind. „Wird die Zahnfleischentzündung aber rechtzeitig behandelt, etwa mit einer professionellen Zahnreinigung, greift sie gar nicht erst auf den Zahnhalteapparat über – und dann ist natürlich auch keine Behandlung mit einer solchen Impfung erforderlich“, stellt Butz klar.

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